Kassenplatz in Wien: Psychotherapie günstig oder kostenlos finden

Du merkst seit Wochen, dass etwas nicht stimmt. Die Gedanken kreisen nachts, die Stimmung ist im Keller, und ein Teil von dir weiß längst: „Ich sollte mir Hilfe holen."

Und dann kommt dieser eine Gedanke, der dich sofort wieder ausbremst: „Das kann ich mir doch gar nicht leisten."

Kommt dir das bekannt vor?

Dann bist du damit nicht allein und die gute Nachricht ist: Psychotherapie in Wien ist deutlich leistbarer, als die meisten denken. Du musst nur wissen, welche Türen es gibt und in welcher Reihenfolge du klopfst.

Bei einem Kassenplatz übernimmt die Sozialversicherung die Psychotherapiekosten vollständig.

Bei einem Kassenplatz übernimmt die Sozialversicherung die Psychotherapiekosten vollständig.

In diesem Beitrag gehen wir die Kosten ehrlich mit dir durch und erklären Schritt für Schritt, wie du zu einem Kassenplatz oder einem Kostenzuschuss kommst und wie du Therapie von der Steuer absetzen kannst. Wir sagen dir auch, was eine private Zusatzversicherung wirklich bringt, und zeigen dir Anlaufstellen in Wien sowie ein paar Wege zu günstiger oder kostenloser Therapie, die kaum jemand kennt.

Was kostet Psychotherapie in Wien wirklich?

Um zu verstehen, warum sich das Thema Kosten so zäh anfühlt, hilft ein kurzer Blick auf die Versorgungslage. In Österreich gibt es zwar ein grundsätzliches Recht auf Krankenbehandlung, und Psychotherapie ist als medizinische Leistung anerkannt, aber die Zahl der vollständig von der Kasse bezahlten Therapieplätze ist seit Jahren deutlich kleiner als der Bedarf.

In der Fachdiskussion wird immer wieder darauf hingewiesen, dass nur ein Bruchteil der Menschen mit psychischem Behandlungsbedarf einen solchen vollfinanzierten Platz bekommt. Viele andere zahlen privat, behelfen sich mit einem Teilzuschuss oder verzichten ganz auf eine Behandlung.

Woran liegt das?

Vor allem am System der Finanzierung. Ein Teil der Plätze wird über Verträge mit Vereinen und Ambulatorien als Sachleistung angeboten. Das ist aus deiner Sicht die „Vollzahler-Variante“, weil du nichts oder fast nichts bezahlst. Diese Töpfe sind aber gedeckelt, und sind sie ausgeschöpft, entstehen Wartelisten.

Zwei Personen unterwegs in Wien – Symbolbild für die Suche nach günstiger Psychotherapie und leistbarer psychischer Unterstützung in Wien.

Das Ergebnis kennst du vielleicht aus eigener Erfahrung: lange Wartelisten für die kostenlosen Plätze, ein Zuschuss, der nur einen Teil der Kosten deckt, und viele Menschen, die die Therapie deshalb ganz aufschieben. Genau deshalb ist es so wichtig, alle Finanzierungswege zu kennen und sie zu kombinieren, statt auf die eine perfekte Lösung zu warten:

Der zweite, viel größere Teil läuft über sogenannte Wahltherapeut:innen: Du zahlst zunächst das volle Honorar und bekommst hinterher einen festen Kostenzuschuss zurück. Die Differenz zwischen Honorar und Zuschuss bleibt an dir hängen, und genau diese Lücke ist der Grund, warum sich so viele Menschen Therapie „nicht leisten“ können.

Hinzu kommt, dass in einer Großstadt wie Wien die Nachfrage besonders hoch und das Angebot an sofort verfügbaren, günstigen Plätzen entsprechend eng ist.

Das Ergebnis kennst du vielleicht aus eigener Erfahrung: lange Wartelisten für die kostenlosen Plätze, ein Zuschuss, der nur einen Teil der Kosten deckt, und viele Menschen, die ihre Therapie deshalb aufschieben. Vielleicht hast du selbst schon erlebt, wie frustrierend es ist, zehn Praxen anzurufen und zehnmal zu hören, dass gerade kein Platz frei ist. Das ist zermürbend, aber es liegt am System, nicht an dir. Genau deshalb ist es so wichtig, alle Finanzierungswege zu kennen und sie zu kombinieren, statt auf die eine perfekte Lösung zu warten.

Damit du einschätzen kannst, womit du rechnen musst, hier die drei Preisbereiche, die du kennen solltest:

Wahltherapeut:innen (frei niedergelassene Psychotherapeut:innen) verlangen in Wien für eine Einzelsitzung von 50 Minuten üblicherweise einen dreistelligen Betrag, häufig im Bereich von rund 90 bis 150 Euro. Du zahlst zunächst selbst und holst dir danach den Kostenzuschuss deiner Kasse zurück (dazu gleich mehr).

Psychotherapeut:innen in Ausbildung unter Supervision (i.A.u.S.) sind eine oft unterschätzte Option. Das sind Menschen, die den psychotherapeutischen Beruf bereits erlernen, unter fachlicher Aufsicht arbeiten und ihre Stunden deutlich günstiger anbieten - nicht selten in einer Größenordnung von etwa 40 bis 80 Euro pro Sitzung, teils sozial gestaffelt. Wichtig: Für Sitzungen bei i.A.u.S. gibt es in der Regel keinen Kassen-Kostenzuschuss, dafür ist der Grundpreis von vornherein niedriger.

Sozialtarife sind der dritte Hebel. Viele Therapeut:innen halten ein Kontingent an Plätzen zu reduzierten Preisen bereit, die sich am Einkommen orientieren. Diese Plätze stehen selten auf der Website, man muss danach fragen. Trau dich, das aktiv anzusprechen. Ein offener Satz wie „Ich möchte sehr gerne bei Ihnen arbeiten, mein Budget ist aber begrenzt - gibt es einen Sozialtarif?" ist völlig legitim und wird häufiger positiv beantwortet, als du glaubst.

Teilrefundierung oder Vollfinanzierung – was ist der Unterschied?

Bei der Finanzierung wird oft zwischen zwei Varianten unterschieden. Bei einer Teilrefundierung bezahlst du die Sitzungen zunächst privat und bekommst später einen Zuschuss von rund 33 bis 46 Euro pro Sitzung zurück, je nachdem, bei welcher Kasse du versichert bist. Bei einem vollfinanzierten Kassenplatz übernimmt die Krankenkasse die gesamten Kosten, ohne dass du etwas vorstrecken musst. Diese vollfinanzierten Plätze sind jedoch begrenzt, weil die Krankenkassen nur eine bestimmte Anzahl an Verträgen mit Psychotherapeut:innen abschließen.

Formular und Stift zur Psychotherapie-Kostenübernahme in Wien

Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse kann kompliziert wirken – hier lohnt sich eine Beratung, um Teilrefundierung oder volle Kostenübernahme optimal zu nutzen.

Psychotherapie auf Kasse: Wann kostet dich die Therapie in Wien nichts?

Der günstigste Weg von allen ist natürlich der, bei dem du gar nichts oder nur einen minimalen Selbstbehalt zahlst: der vollfinanzierte Platz, also Psychotherapie als Sachleistung.

In Wien werden solche Plätze überwiegend über eigene Vereine und Ambulatorien vermittelt, die mit den Krankenkassen Verträge haben. Ein zentraler Anlaufpunkt dafür ist der Verein für ambulante Psychotherapie (VAP), es gibt aber weitere vertraglich gebundene Einrichtungen und Ambulatorien in der Stadt. Der Ablauf ist meist ähnlich: Du meldest dich an, oft über ein Formular oder ein Erstgespräch, schilderst dein Anliegen, und wirst dann, sobald ein Platz frei wird, an eine:n Therapeut:in vermittelt.

Der Haken, den wir dir nicht verschweigen wollen: Diese Plätze sind heiß begehrt, und die Wartezeiten können sich hinziehen, in manchen Phasen über viele Wochen bis Monate. Das ist bitter, besonders dann, wenn es dir gerade akut schlecht geht.

Deshalb unser wichtigster praktischer Rat an dieser Stelle: Melde dich ruhig parallel bei mehreren Stellen an und lege dich nicht auf eine einzige Warteliste fest. Niemand nimmt dir das übel – im Gegenteil, die Vereine wissen um die Situation. Und überbrücke die Wartezeit nach Möglichkeit mit einer der anderen Optionen aus diesem Beitrag, statt einfach nur zu warten. Warten mit Perspektive ist deutlich erträglicher als Warten ins Leere.

Für ÖGK-Versicherte

gibt es in Wien bestimmte Anlaufstellen, über die solche Therapieplätze vermittelt werden. https://www.oegk.at/cdscontent/?contentid=10007.870222

SVS

Direkt bei der SVS nach Vertragspsychotherapeut:innen bzw. Sachleistungsplätzen fragen. https://www.svs.at/cdscontent/?contentid=10007.816748&portal=svsportal

BVAEB

Psychotherapie bei Vertragspartner:innen oder Kostenzuschuss; bei Vertragspartner:innen fällt grundsätzlich ein Behandlungsbeitrag an.

https://www.bvaeb.at/cdscontent/?contentid=10007.840357

Wenn du wissen möchtest, wie Psychotherapie in Österreich funktioniert und einen schnellen, stichwortartigen Überblick zu Kosten, Kassenleistungen und verschiedenen Angeboten suchst, findest du hier alle wichtigen Infos auf einen Blick⁠.

💡 Tipp: Schaue dich selbst nach freien Kassenplätzen um:
Du kannst auch über PsyOnline nach Psychotherapeut:innen in Wien suchen und die Suche nach Kassenfinanzierung bzw. vollfinanzierten Plätzen eingrenzen. So kannst du zusätzlich zu den offiziellen Vermittlungsstellen direkt nach Therapeut:innen suchen, die entsprechende Plätze anbieten. Da sich Verfügbarkeiten laufend ändern, lohnt es sich, regelmäßig nachzusehen und mehrere Stellen parallel zu kontaktieren. https://www.psyonline.at/dienstleistung/620/psychotherapie-auf-krankenschein-kassenplatz-volle-kostenuebernahme

So bekommst du einen Kassenplatz:

Der erste Schritt ist ein ärztliches Erstgutachten, das in der Regel von eine:r Hausärzt:in oder Fachärzt:in erstellt wird. Darin wird bestätigt, dass eine Psychotherapie notwendig ist. Mit diesem Gutachten kannst du dich direkt bei einer Vertragspsychotherapeut:in oder einer kassenfinanzierten Ambulanz um einen Platz bewerben.

Die Voraussetzungen dafür sind:

  • deine Sozialversicherung ist aktiv

  • du hast eine Diagnose vorhanden

  • du hast eine ärztliche Bestätigung

Sobald diese Unterlagen vollständig sind, kannst du einen Termin vereinbaren. Je nach Nachfrage kann es trotzdem länger dauern, bis ein Platz frei wird.

Frau telefoniert und notiert sich Informationen zu Therapie-Anlaufstellen in Wien

Anlaufstellen wie VAP oder WGPV unterstützen dich bei der Suche nach einem kassenfinanzierten Psychotherapieplatz – ein Anruf kann oft den entscheidenden Schritt erleichtern.

Kein Kassenplatz frei? Dann kann dir die Kasse trotzdem einen Teil zahlen

Wenn du keinen vollfinanzierten Platz findest oder nicht warten kannst und dich für eine:n Wahltherapeut:in entscheidest, kommt der Kostenzuschuss ins Spiel.

Das Prinzip ist einfach: Du zahlst das Honorar zunächst selbst, reichst die Rechnung bei deiner Krankenkasse ein und bekommst einen festen Betrag pro Sitzung zurück. Wie hoch dieser Betrag ist, hängt davon ab, bei welcher Kasse du versichert bist und die Beträge werden von Zeit zu Zeit angehoben, weshalb du den tagesaktuellen Wert immer direkt bei deiner Kasse gegenchecken solltest.

Als grobe Orientierung: Bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), bei der die meisten Menschen versichert sind, wurde zuletzt ein Zuschuss in der Größenordnung von rund 33 bis 34 Euro pro Einzelsitzung genannt (nach früher 28 Euro). Bei der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) liegt der kolportierte Betrag höher, im Bereich von etwa 45 Euro, bei der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter (BVAEB) ähnlich, um die 46 Euro. Wer bei der Krankenfürsorgeanstalt der Stadt Wien (KFA) versichert ist, fragt am besten dort direkt nach dem aktuellen Satz.

Rechnen wir das einmal ehrlich durch, denn nur so wird greifbar, was übrig bleibt:

Angenommen, du gehst zu einer Wahltherapeutin, die 120 Euro pro Sitzung nimmt, und bekommst von der ÖGK rund 33,70 Euro zurück, dann bleiben dir pro Termin etwa 86 Euro selbst zu tragen. Das ist immer noch viel Geld, gerade bei wöchentlichen Sitzungen, das wollen wir nicht schönreden. Aber es ist ein deutlicher Unterschied zum vollen Preis, und in Kombination mit einer günstigeren Praxis, einem Sozialtarif und dem Steuervorteil, zu dem wir gleich kommen, wird daraus oft eine machbare Summe.

Damit der Zuschuss überhaupt fließt, gibt es zwei formale Spielregeln, die du kennen solltest:

Erstens brauchst du vor der zweiten Sitzung eine ärztliche Untersuchung, die bestätigt, dass keine rein körperliche Ursache hinter deinen Beschwerden steckt, das kann bei der Hausärztin, einer Fachärztin oder in bestimmten Einrichtungen erfolgen.

Zweitens ist ab der elften Sitzung eine Bewilligung der Kasse nötig, das heißt, die Fortsetzung der Therapie muss beantragt und genehmigt werden; das übernimmt in der Praxis meist deine Therapeutin gemeinsam mit dir.

Person in Jeans und brauner Jacke sitzt mit gefalteten Händen auf einem Stuhl in einem Wartebereich und wartet auf einen Therapieplatz.

Melde dich kostenlos und anonym auf findmetherapy an, dann schauen wir gemeinsam, was für dich passt und leistbar ist.

Wartezeiten und was du sonst beachten solltest

Die Nachfrage nach kostenlosen oder voll erstatteten Therapieplätzen ist hoch. Wartezeiten von mehreren Monaten sind leider üblich. Daher kann es sinnvoll sein, parallel auch nach Therapieplätzen mit Teilrefundierung oder Sozialtarifen zu suchen.

Außerdem lohnt es sich, die eigene Krankenkasse direkt zu fragen, ob es kurzfristige Sonderkontingente oder Plätze bei Kooperationstherapeut:innen gibt. Diese werden manchmal zusätzlich ausgeschrieben.

Kann ich Therapie von der Steuer absetzen?

Diesen Weg übersehen viele, dabei kann er über ein Jahr gerechnet einen erstaunlichen Unterschied machen.

Psychotherapie zählt in Österreich zu den außergewöhnlichen Belastungen und lässt sich in der Steuererklärung, also der Arbeitnehmerveranlagung, geltend machen. Der Haken dabei ist der sogenannte Selbstbehalt: Nicht die gesamten Kosten wirken sich steuerlich aus, sondern nur der Teil, der einen bestimmten Prozentsatz deines Einkommens übersteigt.

Dieser Selbstbehalt ist gestaffelt und beträgt je nach Einkommenshöhe 6, 8, 10 oder 12 Prozent, wer wenig verdient, hat also einen niedrigeren Selbstbehalt, wer mehr verdient, einen höheren. Für Alleinverdiener:innen, Alleinerzieher:innen und für jedes Kind reduziert sich der Prozentsatz zusätzlich.

Die genauen Einkommensgrenzen für die einzelnen Stufen findest du beim Finanzministerium, auf oesterreich.gv.at und bei der Arbeiterkammer, und weil solche Grenzen angepasst werden, schau am besten dort nach dem aktuellen Stand.

Machen wir es konkret, damit es nicht so abstrakt bleibt:

Stell dir vor, du verdienst 30.000 Euro im Jahr. Dein Selbstbehalt liegt dann bei 10 Prozent, also bei 3.000 Euro. Hast du in diesem Jahr 4.000 Euro selbst für Therapie bezahlt, wirken sich 1.000 Euro steuermindernd aus. Bist du alleinerziehend mit einem Kind, sinkt dein Selbstbehalt auf 8 Prozent, also auf 2.400 Euro, und schon 1.600 Euro zählen.

Wichtig zu wissen: „Steuermindernd“ heißt nicht, dass du diesen Betrag eins zu eins zurückbekommst. Er senkt dein zu versteuerndes Einkommen, und wie viel du am Ende tatsächlich zurückerhältst, hängt von deinem persönlichen Steuersatz ab. Bei einem Steuersatz von 30 Prozent wären es in unserem ersten Beispiel rund 300 Euro. Das klingt vielleicht nicht nach viel, aber es ist Geld, das du sonst einfach liegen lassen würdest.

Zwei Dinge machen diesen Weg besonders wertvoll: Erstens kannst du dabei nicht nur das Honorar ansetzen, sondern in der Regel auch die Fahrtkosten zur Therapie. Und zweitens musst du das nicht sofort erledigen, die Arbeitnehmerveranlagung lässt sich bis zu fünf Jahre rückwirkend einreichen. Falls du also in den vergangenen Jahren Therapie bezahlt und nie eingereicht hast, könnte sich ein Blick zurück im Wortsinn auszahlen. Bewahr deshalb alle Rechnungen und Zahlungsbelege gut auf, das ist die halbe Miete.

Und was ist mit privater Zusatzversicherung?

Diese Frage kommt oft, und wir wollen ehrlich mit dir sein, statt dir falsche Hoffnungen zu machen: Eine private Zusatzversicherung ist selten die Lösung, wenn du jetzt gerade Hilfe brauchst.

Solche Verträge haben in der Regel Wartezeiten, bevor Leistungen überhaupt greifen, sie schließen bereits bestehende Erkrankungen häufig aus, und gerade psychische Vorerkrankungen führen oft dazu, dass Psychotherapie gar nicht oder nur eingeschränkt gedeckt ist.

Mit anderen Worten: Wer heute merkt, dass er Therapie braucht, und morgen eine Zusatzversicherung abschließt, wird damit für das akute Anliegen meistens nichts gewinnen. Als langfristige Vorsorge kann sich eine Zusatzversicherung für manche Menschen lohnen, aber lies das Kleingedruckte sehr genau und vergleiche die Bedingungen.

Eine gute, neutrale Anlaufstelle für einen unabhängigen Vergleich ist der Verein für Konsumenteninformation (VKI), der solche Produkte ohne Verkaufsinteresse unter die Lupe nimmt.

Zwei Menschen umarmen sich auf einer Blumenwiese, eine Person mit roten Locken und grüner Strickjacke, als Symbol für Halt und Unterstützung.

Was auch immer du gerade durchmachst - du verdienst Hilfe, und du darfst sie dir holen, ganz unabhängig davon, wie viel Geld auf deinem Konto ist. 💚

Und falls dich noch andere Themen rund um Psychotherapie beschäftigen, lies gerne weiter: In unserem Beitrag Erste Psychotherapie-Sitzung: So bereitest du dich richtig vor erfährst du, was dich beim ersten Termin erwartet und wie du gut hineinstartest. Wenn du dir noch unsicher bist, welcher Ansatz überhaupt zu dir passt, hilft dir unser Überblick über die Therapieformen in Österreich bei der Orientierung. Und wenn dir eine Frage auf dem Herzen liegt, die hier nicht beantwortet wurde, schreib uns einfach jederzeit über unser Kontaktformular.

Wir melden uns bei dir.

Anlaufstellen in Wien für günstige bzw. kostenlose Therapie

Neben den großen Wegen gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die kaum jemand auf dem Schirm hat, die aber genau den Unterschied machen können. Hier unsere wichtigsten:

  • Ausbildungsambulanzen nutzen:

    An Ausbildungseinrichtungen für Psychotherapie gibt es Ambulanzen, in denen fortgeschrittene Kandidat:innen unter Supervision zu vergünstigten Tarifen behandeln. In Wien zählt dazu etwa die Ambulanz der Sigmund Freud Privatuniversität, und auch Fachverbände wie der ÖAGG bieten entsprechende Angebote. Der große Vorteil: Du bekommst oft schneller einen Platz als über die großen Wartelisten, zahlst weniger und weißt, dass im Hintergrund erfahrene Lehrtherapeut:innen mitdenken.

  • Den Sozialtarif aktiv ansprechen:

    Viele Therapeut:innen halten bewusst einige Plätze zu einem reduzierten Honorar frei, sagen das aber nicht von sich aus. Trau dich, offen zu fragen – am einfachsten mit einem Satz wie: „Ich bin sehr an einer Therapie bei Ihnen interessiert, mein Budget ist aber begrenzt. Bieten Sie einen Sozialtarif oder eine gestaffelte Bezahlung an?" Das ist nichts, wofür du dich schämen musst; es ist eine ganz normale Frage, und im schlimmsten Fall ist die Antwort ein freundliches Nein.

  • Gruppentherapie in Betracht ziehen:

    Gruppentherapie ist deutlich günstiger als Einzeltherapie und bei vielen Anliegen nachweislich sehr wirksam. Für manche Menschen ist die Vorstellung, sich vor anderen zu öffnen, erstmal abschreckend – doch gerade die Erfahrung, mit den eigenen Themen nicht allein zu sein, wirkt für viele überraschend heilsam und entlastend.

  • Kostenlose spezialisierte Beratungsstellen kennen:

    Für viele Situationen gibt es in Wien kostenlose oder sehr günstige Anlaufstellen. Die Boje ist auf Kinder und Jugendliche in Krisen spezialisiert, Hemayat begleitet Überlebende von Krieg und Folter, sowhat ist auf Essstörungen fokussiert, FEM und FEM Süd sind Frauengesundheitszentren, und die Caritas bietet vielfältige Beratung. Für Menschen ohne Versicherung sind neunerhaus und AmberMed wichtige Anlaufpunkte. Diese Stellen ersetzen nicht immer eine langfristige Therapie, sind aber oft der schnellste Weg zu erster professioneller Unterstützung.

  • Angebote für Studierende und über die Arbeit nutzen:

    Wenn du studierst, ist die Psychologische Studierendenberatung eine kostenlose Anlaufstelle, und die ÖH hat für Notlagen eigene Unterstützungstöpfe. Bist du berufstätig, lohnt der Blick darauf, ob dein Arbeitgeber ein Mitarbeiter:innen-Unterstützungsprogramm (EAP) anbietet, das anonyme, kostenlose Beratung ermöglicht; auch die Arbeiterkammer bietet Beratung und Information. Manchmal liegt Hilfe näher, als man denkt.

  • Gratis Angebot für Kinder und Jugendliche

    Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene wurde in den letzten Jahren das kostenlose Programm „Gesund aus der Krise" aufgebaut, das kostenfreie psychotherapeutische und klinisch-psychologische Einheiten vermittelt, ein echter Lichtblick für eine Altersgruppe, die finanziell oft besonders wenig Spielraum hat.

Wenn du noch tiefer eintauchen möchtest, haben wir zwei Beiträge für dich, die hier gut anschließen. Studierst du gerade oder suchst du nach besonders günstigen Wegen, findest du in unserem Artikel über Ambulanzen und Sozialtarife für Studierende einen Überblick über Ausbildungsambulanzen, die Psychologische Studierendenberatung und weitere leistbare Angebote in Wien. Und falls es dir gerade richtig schlecht geht und du nicht auf einen Therapieplatz warten kannst: In unserem Beitrag Hilfe in der Krise: Diese Stellen sind in Wien sofort für dich da haben wir alle Anlaufstellen gesammelt, an die du dich sofort wenden kannst.

findmetherapy unterstützt dich bei der Therapiesuche in Wien

Vielleicht liest du das alles und denkst: Klingt gut, aber wie um alles in der Welt soll ich das jetzt alles selbst herausfinden und koordinieren, wenn ich schon kaum die Kraft habe, aufzustehen?

Genau an diesem Punkt kommen wir ins Spiel.

findmetherapy ist ein persönlicher Matching-Service für Psychotherapie in Wien, und der entscheidende Unterschied zu einer anonymen Suchmaschine ist: Bei uns sucht kein Algorithmus, sondern echte Expert:innen suchen für dich.

Du füllst einen kostenlosen, völlig unverbindlichen und anonymen Fragebogen aus, in dem du uns erzählst, was dich beschäftigt, wann du Zeit hast, ob du lieber online oder in einer Praxis arbeiten möchtest und ganz wichtig: welches Budget realistisch für dich ist.

Auf dieser Basis suchen wir für dich passende Therapeut:innen heraus und melden uns innerhalb weniger Tage bei dir zurück. In unserem Netzwerk sind viele Therapeut:innen, die mit Sozialtarifen arbeiten oder über den Kassenzuschuss abrechnen, und wir beraten dich auch dazu, welche der hier beschriebenen Finanzierungswege für deine Situation am sinnvollsten sind.

Das Schönste daran: Du musst dich nicht mehr durch zig Telefonate kämpfen und zehnmal dieselbe schwere Geschichte erzählen, um am Ende doch nur zu hören, dass kein Platz frei ist. Diesen mühsamen Teil nehmen wir dir ab, damit du deine Energie für das aufheben kannst, worum es eigentlich geht: dass es dir wieder besser geht.

Hier kannst du dich anmelden und wir finden einen passenden Therapieplatz für dich.

Die Anmeldung ist auf deinen Wunsch auch anonym möglich. Es entstehen für dich keine Kosten und du kannst dich jederzeit von findmetherapy abmelden.

Wenn du bis hierher gelesen hast, dann steckt in dir schon der Wunsch, etwas zu verändern – und das ist der schwierigste und wichtigste Schritt überhaupt. Nimm aus diesem Beitrag vor allem eines mit: Geld darf nicht der Grund sein, warum du weiter leidest. Es gibt Wege, und du musst sie nicht alle auf einmal gehen und schon gar nicht allein. Wir sind für dich da.

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Und ganz wichtig: Wenn es dir gerade akut schlecht geht oder du an Suizid denkst, hol dir bitte sofort Hilfe. Die Telefonseelsorge erreichst du unter 142 (kostenlos, rund um die Uhr), den Psychosozialen Notdienst in Wien unter 01/31330. Im Notfall wähle die 112. Hilfe ist da, und du musst diesen Moment nicht allein durchstehen.


Quellenverzeichnis:

Arbeiterkammer (o. J.). Außergewöhnliche Belastungen: Krankheitskosten von der Steuer absetzen. arbeiterkammer.at.

AmberMed (o. J.). Medizinische Versorgung und Beratung für Menschen ohne Versicherung. ambermed.at.

Berufsverband Österreichischer Psycholog:innen (BÖP) (2024). Klinisch-psychologische Behandlung als Kassenleistung. boep.or.at.

Bundesministerium für Finanzen (BMF) (o. J.). Außergewöhnliche Belastungen mit Selbstbehalt. bmf.gv.at.

Burlingame, G. M., McClendon, D. T. & Yang, C. (2018). Cohesion in group therapy: A meta-analytic review. Psychotherapy, 55(4), 384–398.

BVAEB (2025). Kostenzuschuss für Psychotherapie. bvaeb.sozialversicherung.at.

Die Boje (o. J.). Ambulatorium für Kinder, Jugendliche und deren Angehörige. die-boje.at.

FEM – Frauen- und Mädchengesundheitszentrum (o. J.). Beratung und psychosoziale Angebote. fem.at.

Flückiger, C., Del Re, A. C., Wampold, B. E. & Horvath, A. O. (2018). The alliance in adult psychotherapy: A meta-analytic synthesis. Psychotherapy, 55(4), 316–340.

Gesund aus der Krise (2025). Kostenlose psychotherapeutische und psychologische Hilfe für junge Menschen. gesundausderkrise.at.

Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) (2023). Psychotherapeutische Versorgung in Österreich. goeg.at.

gesundheit.gv.at (o. J.). Psychotherapie: Kosten und Kostenzuschuss. gesundheit.gv.at.

Kriseninterventionszentrum Wien (o. J.). Hilfe in Krisensituationen. kriseninterventionszentrum.at.

Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) (2025). Kostenzuschuss für Psychotherapie. gesundheitskasse.at.

Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) (o. J.). Was kostet Psychotherapie? psychotherapie.at.

Psychologische Studierendenberatung (o. J.). Psychotherapeutische und psychologische Beratung. studierendenberatung.at.

Psychosoziale Dienste in Wien (PSD-Wien) (o. J.). Sozialpsychiatrischer Notdienst (01/31330). psd-wien.at.

Sigmund Freud PrivatUniversität (SFU) (o. J.). Psychotherapeutische Ambulanz Wien. sfu.ac.at.

sowhat (o. J.). Institut für Menschen mit Essstörungen. sowhat.at.

Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) (2025). Kostenzuschuss Psychotherapie. svs.at.

Telefonseelsorge Österreich (o. J.). Notruf 142 – kostenlose Beratung rund um die Uhr. telefonseelsorge.at.

Verein für ambulante Psychotherapie (VAP) (o. J.). Vermittlung kassenfinanzierter Psychotherapie in Wien. vap.or.at.

Verein für Konsumenteninformation (VKI) (o. J.). Private Zusatzversicherung und Psychotherapie. konsument.at.

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